Multitest -- Virtua Fighter 5: R.E.V.O. World Stage
Vergleich: PS5 und Steam
Download: PC (Steam) und PS5
Im Januar 2025 veröffentlichte SEGA Virtua Fighter 5: R.E.V.O. exklusiv für PC (Steam). Neun Monate später folgt der Release für die aktuellen Konsolen (PS5, Xbox Series X) mit dem Zusatz ‚World Stage‘. Wenn man bedenkt, wie lang die Liste der Virtua Fighter 5 Spiele inzwischen ist, kommt man selbst als geübter Gamer dieser Beat ‘em Up Reihe fast schon ins Grübeln. 2006 erfolgte der Erst-Release in den Arcade-Hallen, gefolgt für PS3 (2007, Version B) und Xbox 360 (2007, Version C inkl. Online-Modus) als Virtua Fighter 5. Der Arcade Bereich bekam das Virtua Fighter 5 R Update (2008) und schließlich das große Update auf Virtua Fighter 5: Final Showdown (2010), das SEGA auch als Download für PS3 und Xbox 360 im Jahr 2012 veröffentlichte. Hier gab es für uns Spieler bereits viele Veränderungen: zwei neue Kämpfer aber dafür ohne den berüchtigten Quest-Modus für viele Stunden Spielspaß im Single-Player-Modus. Nur noch ein kleinerer Missionsmodus blieb übrig.
Das Ryu Ga Gotoku (RGG) Studio setzte hier neu an: Virtua Fighter 5: Ultimate Showdown wurde im Jahr 2021 exklusiv für Arcade und PS4 veröffentlicht. Dies war das Remake des 2012er Spiels. Im Fokus stand hier allerdings nur noch der Wettkampf. In Japan nämlich hieß der Titel „Virtua Fighter eSports“. Für den Single-Player standen hier nur noch der Arcade Modus sowie das Training zur Verfügung. Der Missionsmodus wurde nicht mehr integriert. Dieses Spiel setzten die Entwickler nochmal mit ein paar weiteren Feinheiten für PC (Steam) um und erhielt den neuen Namen Virtua Fighter 5: R.E.V.O. im Januar 2025. Im Abspann (nach dem Arcade Modus) stand sogar noch der Untertitel „Ultimate Showdown“. Und genau jenes Spiel wurde nun nochmal erweitert und umgesetzt, um es auch für aktuelle Konsolen zu veröffentlichen – im Crossplay mit allen Spielern auf allen Systemen. Aber es gibt eine Neuheit: der Titel ‚World Stage‘ als Extra im Namen ist gleichzeitig ein neuer Menüpunkt für Single-Spieler. Die Frage ist: Kann dieser neue Modus an den Missionsmodus oder noch viel mehr an den Quest Modus des Originals anschließen? Hat man sich diesem endlich angenommen und ebenfalls rundumerneuert? Oder ist es etwas völlig anderes, was wir bisher noch gar nicht kannten? Und was ist mit dem Rest? Weiterhin einfach nur eSports?
Training, Arcade und Charaktere
Neulinge schauen natürlich erstmal im Training vorbei, um ein Gefühl für die Steuerung der unterschiedlichen Charaktere zu bekommen. Insgesamt 19 Stück (ohne Dural) stehen euch zur Verfügung mit völlig eigenen und zueinander unterschiedliche Kampfstilen. Da es sich bei Virtua Fighter nicht um einen Button-Smasher handelt, besuchen sogar Kenner das Training nach längeren Pausen gerne neu, um so manche Moves wieder ins Gedächtnis zu rufen.
Wer Virtua Fighter kennt, kommt im Training dennoch schnell zurecht. Hier können alle Move-Listen abgerufen und trainiert werden, teilweise sogar mit Videounterstützung. Dies ist immer wieder grandios, welche Manöver sich mit eigentlich nur den drei Tasten ‚Punch‘, ‚Kick‘ und ‚Guard‘ lostreten lassen. Denn mit ihnen und deren Kombination könnt ihr zahlreiche Moves ausführen. Die Tasten könnt ihr zu jeder Zeit – also im Training oder im Kampf – im Menü anpassen und quasi direkt austesten. Dies ist nicht unwichtig, denn so bekommt ihr ein eigenes Gefühl dafür und könnt für euch selbst Angriff oder auch Verteidigung besser koordinieren. Jeder Anfangsbuchstabe dieser drei Begrifflichkeiten ist in den Move-Listen angezeigt. Die Moves werden dann als bspw. [P, P, K] oder eben auch [K, K, P+K] angezeigt. Dies auch mit Pfeilen für entsprechendes Drücken des Steuerkreuzes oder des Analogsticks. Hier wird ausgewichen, geblockt, verschiedene Würfe angesetzt oder gar Arenen-Begrenzungen einbezogen. Kombos, Bodenattacken, Sprungmanöver und verschiedene Griffe mit Folgeaktionen, alles ist dabei. Um seinen Charakter zu beherrschen ist nach wie vor sehr viel Training notwendig. Hier lernt man als Spieler, wann welche Angriffe effektiv sind und wo sich in diesen Angriffsmustern schließlich auch Lücken finden lassen. Man könnte auch sagen: Dies muss man sogar, um als Spieler zur richtigen Zeit abzuwehren oder eben auch anzugreifen. Das war schon immer das Konzept dieses Beat ‘em Ups. Jeder Kämpfer hat seine Stärken und Schwächen, welche die Entwickler bestmöglich ausbalancieren, damit jeder gegen jeden auch eine reelle Chance hat. Daher auch die verschiedenen Arcade-Updates, um genau Gameplay immer weiter zu verfeinern.
Sumo-Ringer Taka-Arashi und Karate-Kämpfer Jean Kujo sind selbstverständlich in dieser Portierung wieder mit am Start. Das Spiel wurde ursprünglich von Sega-AM2 entwickelt, die diese Kämpfer mit dem Virtua Fighter R Arcade-Update hinzufügten. Sie sind also seit 2010 dabei und traten dadurch erstmals in Final Showdown auch auf Konsole in 2012 auf. Neben Sumo und Karate gibt es hier verschiedene Kampfkünste wie Judo, Material Arts, Boxing, mexikanisches Wrestling, Pankration, Drunken Style, Tourou-ken, Vale Tudo und so weiter. Der Hauptcharakter seit jeher ist Akira, sein Stil nennt sich Bajiquan, eine chinesische Kampfkunst. Akira ist zugleich so etwas wie der Endgegner im Arcade Modus. Denn für diesen trainiert ihr in erster Linie. Dies ist eine aufeinanderfolgende Reihe an Kämpfen: insgesamt sechs Stück plus Akira als letzter Gegner. Den Schwierigkeitsgrad könnt ihr vor Konsole oder PC von sehr leicht bis sehr schwer wählen, ebenfalls die Rundenanzahl der Gewinne und die Zeit für ein Match. Voreingestellt sind normalerweise zwei Gewinne gegen einen Kontrahenten innerhalb von 45 Sekunden. Dies kann man beispielsweise auf 60 Sekunden hochschrauben. Leider stehen tatsächlich nur Limits von 30, 45 oder 60 Sekunden zur Verfügung. Gänzlich abschalten lässt sich dies auch in der Umsetzung nicht. Wer sich schneller durch den Modus kämpfen will, stellt nur eine Gewinnrunde ein, um zum nächsten Fight zu gelangen. Gegen wen ihr antreten müsst, zeigt euch eine kurze Einblendung als Ladebildschirm vor dem Kampf: Hier gibt es ebenso die Arena zu sehen und die mögliche Arena-Begrenzung. Schafft ihr es durch alle Gegner, stellt ihr euch schließlich Akira Yuki in den Weg. Schafft ihr dies, gibt es wie immer ein besonderes Schmankerl: Ihr tretet gegen Dural an, in nur einem Kampf und ohne die Möglichkeit auf Wiederholung. Schlag ihr sie, gibt es einen Spielerfolg – auf PlayStation eine Trophäe. Besiegt sie euch, müsst ihr den Arcade Modus von vorn beginnen. Das ist Virtua Fighter wie man es kennt und liebt. So oder so folgt danach der Abspann und ihr dürft euch freuen, die Kämpfe mehr oder vielleicht auch weniger gut gemeistert zu haben. Die Herausforderung hier liegt sicherlich darin, die Schwierigkeitsstufe immer höher zu stellen, sich immer neue Moves im Training anzueignen und diese auch gekonnt einzusetzen. Denn sie müssen in Fleisch und Blut übergehen. Dann wird man nach und nach zum harten Konkurrenten. Deswegen hat jeder Spieler meist auch einen bestimmten Charakter, mit dem fast immer gespielt wird: in jeder neuen Virtua Fighter Version.
Bemerkten wir noch, dass der Abspann von Virtua Fighter 5: R.E.V.O. noch den „Virtua Fighter 5: Ultimate Showdown“ Schriftzug zeigte (also das PS4-Spiel, statt der Port unter dem Namen „R.E.V.O.“ als Steam-Umsetzung), änderten die Entwickler dies nun ab. Nun steht hier tatsächlich der Titelname, den das Spiel auch im Hauptmenü trägt. Den Fehler haben die Entwickler also ausgemerzt. Und wie schaut es mit Dural aus? Spieler weltweit waren nicht wirklich begeistert, dass Dural nicht mehr als spielbarer Kämpfer genutzt werden konnte. In REVO stand sie nur noch als NPC-Charakter zur Verfügung, sprich: „Non-Playable Character“. Auch hier hörten die Entwickler auf das Feedback der Spieler und warben mit dem Release dafür, dass man nun auch Dural spielen kann. So wie es schon immer sein sollte. Aber so richtig stimmt das nicht. Denn obwohl SEGA damit wirbt, ist Dural im Standard-Spiel weiterhin nicht enthalten. Ihr müsst sie als DLC für 7,99 Euro erst kaufen. Das ist schon grenzwertig und auch ziemlich frech. Im „30th Anniversary-Paket“ dagegen ist sie (und weitere Inhalte) aber direkt mit dabei. Das kostet natürlich auch mehr im Vergleich zum Standardspiel.
World Stage: Die Herausforderung für Single-Player
Die World Stage ist nun ist das große Areal für Single-Player. Und darüber darf man als Fan wirklich glücklich sein. Denn im Original von 2007 auf Konsole gab es so etwas bereits und wir hatten etliche Stunden Spielspaß, um uns in den Arenen gegen zahlreiche Gegner zu behaupten und dabei jede Menge Goodies für die Charaktere zu erspielen. Das war das Herz des Spiels und genau jenes wurde mit den zahlreichen Umsetzungen immer weiter und stärker herausgerissen. Schon Final Showdown hatte als Download-Edition nur noch einen Missionsmodus, der zwar Spaß machte aber den Umfang des Quest-Modus nicht erreichte. Es war im Grunde auch etwas komplett anderes. Als das RGG Studio ein Remake von Final Showdown entwickelte, wurden selbst die Missionsmodus nicht übernommen. Insofern ist es wunderbar, jetzt wieder eine Art Quest Modus zu haben. Und dieser nennt sich World Stage.
In diesem findet ihr mehrere Arenen mit verschiedenen Namen. Ihr wählt einen Charakter, mit dem ihr in diesem Modus antreten wollt. Den Charakter könnt ihr dabei zu jeder Zeit wechseln und auch eigenständig gestalten mit all den Goodies, die ihr in dieser World Stage freispielt. Zu Beginn gibt es nur eine offene Arena, genannt Knuckleheads. Diese beherbergt 50 Gegner, die es zu schlagen gilt. Eine Verbindungslinie zieht sich von der Knuckleheads-Arena über sechs weitere Arenen mit immer mehr Gegnern. Mijukumono ist Arena Nummer 2, danach folgt bspw. der Shark Pool mit satten 150 Gegnern. Habt ihr alle insgesamt sieben Arenen geschafft, steht die letzte Arena offen: die World Stage. Für diesen neuen Modus könnt ihr euch übrigens auch eine Schwierigkeitsstufe aussuchen: normal oder schwer. Etwas anderes gibt es hier nicht. Ob ihr auf der linken oder rechten Seite beim Kampf stehen wollt, bleibt euch auch überlassen. Ansonsten gilt es zu kämpfen! Eure Siege und Niederlagen werden dabei stets erfasst und zu einer Siegesrate zusammengefasst. In Arena 1 sind eure Gegner noch relativ einfach zu besiegen, zumindest wenn man mit seinem Charakter halbwegs gut klarkommt, ein paar Moves innehat und sich mit der Steuerung vertraut machte oder sie sogar im Menü auf die eigenen Befindlichkeiten anpasste. Die 50 Gegner in der Knuckleheads-Arena werden nach und nach gegen euch antreten. Betretet die Arena und ihr habt in jedem Kampf 45 Sekunden für eine Runde. Zwei Runden müsst ihr gewinnen, um als Sieger vom Platz zu gehen. Die Kämpfer darin sind gestaltet aus den Charakteren anderer Spieler. Nur fungieren diese hier als CPU-Gegner. Es wird also deutlich, dass auch euer eigener Kämpfer bei anderen Spielern in der World Stage in eurem Namen antritt. Mit eurem Namen ist euer Gamertag gemeint, den ich in diesem Fall für PlayStation oder Steam nutzt. Dies trifft natürlich auch auf andere Systeme zu, die im Crossplay auf einem Server liegen. Wie in allen Matches gibt es zuvor eine Übersicht als Ladebildschirm über die Charaktere, die Arena, die Begrenzung und die Zusatzinfos des Spielers: Rang, Titel, evtl. Siegesserie usw. Im Kampf selbst seht ihr hier eure eigenen Siege, die Niederlagen und die Siegesrate. Darunter ist ein Rang eingeblendet, der sich als Leiste langsam füllt, nämlich mit jedem Sieg, den ihr einfahrt. Jeder Spieler hat natürlich seine Lebensanzeige. Über der euren seht ihr eure größte Siegesserie. Wie viele Siege schafft ihr, ohne zwischendurch zu verlieren? 50 Siege? 100 Siege? Oder mehr? Konntet ihr einen Gegner erledigen, folgt sofort der Einwurf „Challenger Comes“ und ab geht es zum nächsten Kampf. Dies ist fortlaufend und fast ohne Unterbrechung. Wollt ihr erst einmal aus der Arena heraus, müsst ihr nach einem Kampf und während der Abschlussszene die Starttaste gedrückt halten. Dann erscheint das Menü, durch das ihr euch ins Hauptmenü der World Stage zurückführen lassen könnt. Andernfalls spielt ihr pausenlos weiter. Welche Gegner ihr von diesen ersten 50 Stück schon bezwungen habt, erkennt ihr anhand eines Krönchens bei der im Ladebildschirm vor dem Kampf sowie über der Lebensanzeige des Gegners.
Übrigens: Ihr könnt auch nicht alle Gegner einer Arena in einem Rutsch besiegen. Denn es bleibt eine gewisse Anzahl übrig, auf die ihr nicht sofort Zugriff habt. Innerhalb der Kämpfe wird dies klar, da es neben den Rangkämpfen – wenn eure Rangleiste voll wird – auch Spezialgegner gibt. Wichtig sind vor allem die sogenannten „Bossspieler“. Hier fragt euch das Spiel sogar, ob ihr gegen diesen antreten wollt. Der ist in der Regel besonders stark, eröffnet euch aber den Weg in die nächste Arena. Man könnte sagen, er hat den Schlüssel in der Tasche, damit ihr das Schlosssymbol der Mijukumono-Arena entfernt. Nehmt ihr den Kampf an, wird das Match mit einer Show-Einblendung „Rise to the World Stage“ eröffnet. Diese Gegner stellen für euch durchaus die vielleicht größte Gefahr dar, um eure Siegesserie zu unterbrechen.
Innerhalb des ersten Boss-Matches trat ich gegen den Charakter Lion im Rang 5 Dan (Stufe 15) an, während ich selbst noch im 1. Dan (Stufe 11) unterwegs war. Diese Ränge sind typisch für Virtua Fighter und geben wieder, wie stark entsprechende Charaktere sind. Startete ihr selbst die World Stage, beginnt ihr im Rang des 10. Kyu als Stufe 1. Ohne Siege ist eure Rangleiste natürlich noch leer, füllt sich zu Beginn aber weitläufig auf. Sprich, ihr levelt in Stufen auf, wobei diese Stufen entsprechende Namen tragen. Mit dem ersten Sieg füllt sich die Rangleiste bereits zur Hälfte auf. Mit eurem zweiten Kampf habt ihr also schon euren ersten Rang-Qualifikationskampf und erhaltet einen Rangaufstieg durch einen Sieg auf Stufe 2 alias 9. Kyu. Es geht so weiter: Stufe 3 = 8. Kyu, Stufe 4 = 7. Kyu (…) Stufe 10 = 1. Kyu. Anschließend folgt Stufe 11 als 1. Dan, Stufe 12 als 2. Dan, Stufe 20 als 10. Dan. Die Zählung ist also genau umgekehrt zum Kyu. Wichtig ist für euch die Stufe. Stufe 21 = Jäger, Stufe 22 = Räuber: insofern hält SEGA hier viele Begrifflichkeiten parat. Wer Virtua Fighter und vor allem Teil 5 als Original noch halbwegs in Erinnerung hat, dem dürfte das aber bekannt sein.
Diese Stufen sind im Übrigen wichtig, da ihr mit ihnen auch Kämpfer freischaltet. Beispielsweise gibt es bereits zum Start den Hinweis, dass ihr dem ersten Boss erst dann gegenübertreten könnt, sobald ihr den 1. Dan (Stufe 11) erreicht habt. Vorher taucht dieser nicht auf und ihr könnt nicht die nächste Arena freischalten und damit auch nicht betreten. Diese Regelungen treffen also für alle Arenen zu. Könnt ihr den Bossspieler schlagen, werdet ihr anschließend automatisch ins World Stage Menü geschickt, wo nicht nur die nächste Arena frei wird, sondern ihr auch ein höheres Ranglimit bekommt. Nach dem ersten Boss könnt ihr euch bis auf Stufe 20 (10. Dan) hoch leveln. Man muss also die nächsten Arenen durch das Besiegen des Bosses freischalten, um nicht im eigenen Rang limitiert zu sein. Allerdings geht das alles ziemlich automatisch vonstatten, da der neue Kämpfer innerhalb der Arenen ganz automatisch auftaucht und ihr durch die vorherigen Kämpfe auch automatisch nach und nach im Rang steigt.
Könnt ihr den sogenannten Boss schlagen, erspielt ihr euch ein höheres Ranglevel und die nächste Arena mit neuen Kontrahenten – ebenfalls basierend auf Online-Spieler als CPU. Das Ziel ist natürlich, alle Gegner zu schlagen. Aber rein das Besiegen der Gegner ist gar nicht zwingend das, was einem als Spieler interessiert. Klar, man möchte in den Arenen keine weiteren Gegner übrighaben. Das würde glatt das eigene Ego verletzen. Doch es geht vielmehr um Herausforderungen. Das hört sich im ersten Augenblick wie die Missionen an, die es damals in Virtua Fighter 5: Final Showdown gab: drei Würfe ansetzen, ehe ihr den Gegner besiegt, 5x einen gegnerischen Angriff blocken oder mindestens 3x ausweichen und natürlich dennoch immer den Kampf gewinnen. Das gibt es so aber nicht bzw. steht das so nicht unter dem Begriff Herausforderungen innerhalb eines Matches. Eigentlich wird man als Spieler fast schon im Dunkeln darüber gelassen, welche Herausforderung man denn mit dem Besiegen des Gegners gemeistert hat, solange man diese nicht im Menü aufruft und eines Besseren belehrt wird. Verlasst ihr eine Arena nach entsprechend gemeisterten Matches, öffnet sich hin und wieder ein Menü, indem steht: „Du hast eine Herausforderung abgeschlossen und folgende Gegenstände erhalten“. Das sind die Goodies, die ihr freispielt, um alle vorhandenen Charaktere neu einzukleiden, ihre Frisuren zu verändern, die Haarfarbe und Accessoires auszuwählen. Die Herausforderungen sind tatsächlich nach wie vor entsprechende Moves ausführen, eine gewisse Anzahl an Gegner bezwingen (bspw. 30x Akira), wobei sich dies sogar noch soweit detailliert, dass dieser ein bestimmtes Outfit tragen muss. Doch ob, Schläge, Würfe, Kombos oder Rückmatches, all diese Herausforderungen gelten für die gesamte World Stage. Je länger ihr spielt, desto mehr spielt ihr also frei. Habt ihr 500 Schläge in der Hocke ausgeführt gegen viele Kontrahenten oder eben 30x Akita im „Outfit E“ bezwungen, gibt es ein Goodie nach dem Verlassen einer Arena. Je mehr ihr spielt, je mehr Gegner ihr besiegt, desto mehr bekommt ihr und könnt im Charaktermenü der World Stage das Aussehen eures Lieblings komplett ändern. Genau das machen alle Gamer und deren Charaktere treten in genau diesem Style eben als CPU-Gegner in der World Stage gegen euch an. Hier verbringt ihr insofern so einige Stunden mit Spielspaß.
Und um dies noch etwas zu toppen, könnt ihr mit der [Viereck]-Taste am PlayStation-Controller das Side Tournament innerhalb der World Stage öffnen. Hier stehen euch dann Turniere zur Verfügung aufgelistet nach den freigespielten Arenen. Je nach Zeitpunkt, wann ihr diesen Bereich betretet, stehen eben ein oder sogar mehrere Turniere zur Auswahl. Als Preis gibt es Titel: „Iron Man“ im First Championship oder „Korean Step“ im Maximum Battle. Ihr müsst natürlich den 1. Platz belegen. Im Spielermenü könnt ihr diese und auch viele andere auswählen. Diese werden vor allem im Online-Modus allen Spielern angezeigt. In diesen Turnieren stecken zudem Kontrahenten der Arenen. Es bleiben also in den Arenen gewisse Gegner übrig, auf die ihr nicht trefft, ehe ihr nicht am jeweiligen Turnier teilgenommen habt. In der Knuckleheads-Arena sind dies bspw. 16 Gegner. Konntet ihr das Turnier gewinnen, bleiben nur noch 11 Gegner übrig, die ab dann in der Arena auch gegen euch antreten, um die Arena zu komplettieren. Danach landet ihr auch automatisch wieder im World Stage Menü, könnt die gemeisterte Arena aber dennoch zu jeder Zeit betreten und darin kämpfen. Allerdings ist euer eigener Rang-Aufstieg dann, wie bereits beschrieben, begrenzt. Denn ist das momentane Höchstlevel erreicht, müsst ihr den Boss einer Arena bezwingen und damit eine weitere freischalten. Erst damit könnt ihr euren eigenen Charakter weiter aufstufen. Ich müsst also unweigerlich auch die neuen Arenen mit stärkeren Gegnern betreten und dort alles geben!
Vergleich zum Originalen VF5 auf PS3/Xbox 360: Auch hier gab es Arcade-Hallen mit mehreren Gegnern sowie Turniere. Was die Entwickler hier als World Stage bieten ist zwar kein direktes Remake der früheren Hallen mit ehrfürchtigen Namen wie „Club SEGA“ oder „SEGA World“ aber dennoch ist das Konzept quasi identisch. Als ich vergleichsweise in die Xbox 360 Edition schaute und mehr als 1.000 Siege zu 4 Niederlagen sah, kam durchaus ein gewisses Feeling von früher wieder. Man sieht aber auch, wie sehr die Entwickler das ganze System dahinter vereinfacht haben, wie auch verschönert. Die Charaktergestaltung ist besser, man braucht keinen selbstbenannten Account mehr für seinen Kämpfer, da man nun jeder Zeit wechseln und dennoch einen oder mehrere Spielstände nutzen kann. Vieles wurde hier im Remake vereinfacht. Da über die Jahre auch das Gameplay verbessert wurde, dies heute noch flüssiger und realer daherkommt und schon Sega-AM2 viele Anpassungen und Verbesserungen über die Jahre einfließen ließ, zeigt die konstante Entwicklung des Spiels. Ich kam mit meinem Charakter im damaligen VF5 kaum noch klar, weil viele Moves anders waren oder nur noch ähnlich oder noch nicht so präzise wie heute. Insofern muss man die Entwickler durchaus dafür loben, was über die Jahre seit 2007 geschaffen wurde.
ONLINE: eSport sorgt weiterhin für Kämpfe weltweit
Der Online-Modus war bislang das Herz des Spiels. Nun steht dieser vielmehr auf einer Stufe mit der World Stage. Das ist gut, denn so könnt ihr euch nicht nur im Training oder Arcade-Modus auf menschliche Spieler vorbereiten, sondern auch in den Hallen des World Stage Modus. Die dort freigespielten Utensilien könnt ihr bereits nutzen, um euren ganz eigenen Charakter zu erschaffen – durch neue Klamotten, neue Frisuren und Farben sowie Accessoires. Dadurch nehmt ihr einen ganzen Stil an für euren persönlichen Favoriten.
Bei der Portierung von R.E.V.O. auf R.E.V.O. World Stage hat sich darüber hinaus aber nicht viel getan. Das muss es auch gar nicht! Denn hier geht es noch immer darum, sich gegen Spieler aus der ganzen Welt zu behaupten. SEGA portierte das Steam-Spiel nun für Konsolen und ermöglichte dabei Crossplay-Action. Somit können sich PC-Spieler auch mit Gamern auf Konsolen schlagen. Zunächst gilt dies für Xbox Series X und PS5 sowie später auch Switch 2. Ob ihr im Crossplay spielen wollt oder nur auf eurem System, könnt ihr selbst wählen – bspw. beim Erstellen einer Lobby. Dies seht ihr dann innerhalb der Anzeigen als Icon bei der Lebensenergie. Im Hauptmenü könnt ihr euch zwischen Lobby und Rangkampf entscheiden. Ehrlicherweise müssen wir erwähnen, dass ihr für das Online-Gameplay auf PC kein Abo benötigt, auf Konsole dagegen schon. Darüber hinaus hat sich aber nichts geändert: immerhin ist ‚World Stage‘ für Steam lediglich ein kostenloses Update, das einen ‚Quest Modus‘ und das Crossplay integriert. Die Kampflobby bietet verschiedene Möglichkeiten: Hier bekommt ihr direkt alle aktuellen Matches aufgelistet. Mittels der Pfeiltasten am PC oder mittels Steuerkreuz/Stick am Controller – hier nutzte ich einen Xbox-Controller, könnt ihr zwischen den Matches scrollen oder mittels weiteren Tastatur-Tasten bzw. Schultertasten am Controller zwischen deren Art wählen, dem Rang oder auch privaten Lobbys. Diese haben ein Schlosssymbol mit Passwortschutz. Erinnert euch das auch bspw. an Phantasy Star Online wie auch Teil 2 und dessen Online-Lobbys samt Missionen? Auch die Verbindungsstärke spielt eine Rolle, die anhand von Farben erkennbar ist: grün für gute Verbindungen des Lobby-Inhabers, rot für eine schlechte. Selbst Spieler-IDs könnt ihr abrufen. Was gibt es online für Spieler im Crossplay? Das Menü zeigt es:
Der Rangkampf:
Hier erhöht ihr euren eigenen Rang. Zum Start beginnt wählt ihr euren Charakter und startete im untertesten Rang „10. Kyu“. Innerhalb der Rangkämpfe erhöht ihr diesen zunächst schrittweise zum 1. Kyu, bis der Dan-Rang folgt. Es ist quasi dasselbe Spiel wie im ‚World Stage‘-Modus. Aber hier geht es nicht um CPU-Gegner, sondern um reale Kontrahenten. Ihr könnt gegen Kämpfer aus der Nähe antreten oder auch weltweite Spieler aufs Korn nehmen – oder sie machen das mit euch. Hier sind mehrere Kämpfe gegen andere Mitspieler notwendig, um seinen eigenen Rang schrittweise zu erhöhen. Wer dieses Match wählt, wird zunächst in eine Art Training geworfen, wo Moves geübt werden können. Währenddessen wird nach einem Kontrahenten gesucht.
Ist diese Suche erfolgreich, startet der Rangkampf. So die Theorie. In der Praxis müssen dafür auch genügend Online-Spieler bereitstehen, um diese Kämpfe überhaupt bestreiten zu können. In meinen Versuchen war das auch nach dem Update auf ‚World Stage‘ irgendwie schwierig, ist aber sicherlich auch weiterhin abhängig von der Zeit. Weltweit läuft das schon besser. Dennoch tummeln sich Spieler meines Erachtens auch nach dem Update eher in der normalen Lobby. Da ich selbstverständlich nicht nur Steam-eigenen Kämpfe versuchte, ist dieser Modus nebst der hier getesteten PlayStation-Version sogar mit der Xbox Series verbunden. Dennoch: Manchmal bleibt man in den Übungsmatches hängen und niemand steht für den Rangkampf bereit. Man sollte übrigens schauen, dass man hier vorab seinen Charakter im extra Menü auswählt, ansonsten steht man nämlich mit Akira im Training und muss diesen dann auch plötzlich im Kampf nutzen.
Das Turnier:
SEGA bestreitet hier weiterhin regelmäßig Turniere – genauer gesagt an den Wochenenden. Hier kann man Beitritte vorbereiten und schließlich gegen andere Turnierteilnehmer kämpfen. Datum und Uhrzeit sind hier festgelegt, sodass man auch zu besagter Zeit online sein muss. Einen Haken gibt es: Man benötigt einen vorgegebenen Rang, um das Turnier überhaupt zu betreten. In meinen Versuchen war dies überall der „1. Dan“. Die Turniere stehen also nicht jedem frei zur Verfügung. Hierfür muss man zunächst etwas tun: mehrere Online-Matches bestreiten – sprich insbesondere Rangkämpfe, um mit einer gewissen Erfahrung behaftet zu sein. Ohne geht hier nichts, einem wird der Zutritt sonst direkt verwehrt. Wenn also keine Gegner da sind, um den Rang überhaupt erhöhen zu können, fallen damit automatisch auch die Turniere flach. Eine Turnierauswahl, die sich dem Rang anpasst und daher auch Neulingen die Möglichkeit auf Teilnahme gibt, verpasste SEGA auch mit der Umsetzung.
Lobby-Matches:
Dies ist die häufigste Form der Online-Kämpfe, in denen ihr der Lobby normal beitretet oder eben selbst ein Spiel erstellt – ggf. geschützt durch ein Passwort. Hier werden sämtliche verfügbaren Matches angezeigt, denen man nun beitreten kann. Das bedeutet, man kommt in eine Vor-Lobby, in denen eine maximale Anzahl an Spielern eintreten darf laut der gemachten Einstellungen bei der Spielerstellung. Hier sind Reaktionen mittels der linken Schultertaste bei angestecktem Controller möglich, die in Form von kleinen Smilies über den Bildschirm fliegen. Man könnte es als Kommunikation bezeichnen. Einen Daumen hoch, einen Daumen runter: es gibt viele Möglichkeiten, sich zu artikulieren. Groß in Szene gesetzt ist in dieser Lobby erneut der Video-Bildschirm, der gerade stattfindende Kämpfe den übrigen Spielern dieser Lobby anzeigt. Sind natürlich nur zwei Spieler hier und kämpft keiner, bleibt dieser Bildschirm schwarz. Andernfalls kann man sich hier schon mal einen Eindruck verschaffen von dem Gegner, der einem womöglich als nächstes blüht. Auch auf Steam erlebte ich es, dass hier mitunter keine Videos vorhanden waren: Entweder wurde diese Option abgeschaltet oder es kämpfte einfach niemand im Hintergrund. Denn unentwegt läuft auch bei jeder Spieleranzeigte ein Countdown innerhalb der Lobby, bei dem man sich mittels Tastendrucks als zum Kampf bereit erklären kann und auch muss. Ohne startet der Kampf nicht. Erst wenn die benötigte Anzahl an Spieler das OK gegeben hat, geht es zum Kampf. Ansonsten bleibt man hier in der Lobby quasi stecken. Das kann dann ein Grund sein, weswegen einige Spieler auch mal einige ‚Daumen-runter-Smilies‘ geben.
Online-Kämpfe: die Besten der Besten im Crossplay
…und das im schicken Gewand! Ich erwähnte bereits die Charakter-Gestaltung, die vom Hauptmenü aus abrufbar ist. Hier wählen Fans zunächst zwischen ein bis vier Outfits. Das lockt, da nicht nur Klamotten gewechselt werden. Viele Accessoires wie Ringe, Ketten oder Sonnenbrillen gibt es obendrein und natürlich spielt ihr euch genau diese im ‚World Stage‘-Modus frei. Online-Spieler rücken euch genau mit solchen schicken Accessoires zu Leibe, darunter eine SEGA Dreamcast oder gar einer Mega Drive Konsole auf dem Rücken – teilweise stammen diese Dinge auch aus den DLCs bzw. den Anniversary-Sets. Wie leidenschaftlich diese Charaktere gestaltet sein können, zeigen im Übrigen die Online-Matches, selbst wenn man sich diese nur via Video anschaut. Wirklich super!
Insofern kommt man am Online-Modus eigentlich gar nicht vorbei, da ihr mindestens die Videos anderer Spieler schaut und sicherlich den Reiz bekommt, dies selbst auszutesten: Free-to-Onlineplay auf Steam, PS-Plus-Abo auf PS5. Also rein ins Vergnügen: Harte Gegner hier, neue Gegner da. Wie groß der Rang eures Gegners ist, seht ihr bereits anhand des Abzeichens. Das soll aber nicht heißen, dass der Gegner mit einem anfänglichen Rang schwach ist. Nicht mehr. Denn womöglich hat dieser bereits die ‚World Stage‘ gemeistert, kennt seinen Charakter, die Moves, das Blocksystem und so manche fiese Kombos aus dem Gedächtnis? Konzentration heißt es daher in jedem Kampf. Vor allem dann, wenn die Charaktere übelst geil gestaltet sind. Dies ist schon ein Hinweis darauf, wie viele Utensilien sie sich erspielt haben. Achtet darauf, zu blocken und im richtigen Moment Griffe anzusetzen. Oder bestenfalls auch auszuweichen. Denn dem Gegner von der Seite ein paar schnelle Schläge zu verpassen, ist oft eine gute Strategie, wie jene der verschiedenen Schlag- und Trittarten oben, unten oder mittig – umso schwieriger wird zu blocken. Natürlich machen eure Kontrahenten das auch mit euch. Und manchmal haben sie ziemlich einfache, wenngleich perfide Taktiken, um euch fast schon lächerlich aussehen zu lassen im Kampf. Innerhalb der Lobby könnt an euren Gegner studieren und danach selbst gegen ihn antreten. Je nachdem, wie viele Spieler in dieser durch den Lobby-Ersteller beitreten dürfen. Seid ihr aufgeregt? Das ist euch nicht zu verübeln, wenn euer Match womöglich zeitgleich den anderen Spielern in eurer Lobby präsentiert wird – oder später auch im Hauptmenü im großen Bildschirm. Man merkt, eSports ist hier weiterhin ein Thema.
Für die großen Fans dieser Serie ist das fantastisch: Sie bekommen noch härtere Gegner, als der Arcade Modus vermutlich je bietet. Oder nun auch die World Stage. Und das Beste daran ist: Neue Spieler haben weitaus bessere Trainingsmöglichkeiten durch diesen neuen Offline-Modus. Das stärkt letztendlich das Online-Gameplay. Denn wer nochmal üben möchte, kann dies auch offline weitaus besser, ehe wieder in den Online-Modus geschalten wird. Zusammen ergibt dies viel mehr Gleichgewicht für alle Spieler. Sie alle lernen dadurch weitaus besser, wann oder wie sie angreifen und wie sie sich besser verteidigen. Lücken in gegnerischen Kombos können viel besser bei dieser riesigen Anzahl an Kämpfen gelernt werden. Das alles kommt letztendlich dem Online-Gameplay zugute. Die Stärke der Marke Virtua Fighter wird weiter ausgebaut. Insgesamt liefen die Testspiele sauber und flüssig, wobei ich seltsamerweise nur auf der PS5 in Ranglistenspiele hineinfand. Am PC stand zu meinen Versuchen also niemand dafür bereit, wenngleich ich systemübergreifend suchte. Hier stehen natürlich auch krass-schwere Gegner Schlange – zu meinem Pech ständig Spieler mit Akira als Charakter und schier böser Taktiken. Mir fiel dabei auf, dass ich keine Gegner in den Ring bekam, die auch meinem Level entsprachen, was vermutlich ebenfalls Pech war. Denn geht man erstmals online – in dem Fall PS5 – und trifft im Rang 1 gleich auf einen Gegner im Bereich Level 26 bis 32, dann ist das nicht so einfach. Der World Stage Modus gibt hier wie bereits beschrieben durchaus Hilfestellung, um seinen Charakter besser zu beherrschen, wobei ich am PC i.d.R. mit einem anderen Charakter spielte, als auf PS5. Dadurch musste ich auch stets umdenken innerhalb der Moves. Aber dank der Lobby-Auswahl gibt es auch Spieler, die direkte Wünsche haben. So sah ich einen Spieler, der gern gegen Vanessa trainieren/antreten wollte. Stehen die Gegner für euch hier Schlange? Jain, würde ich sagen. Man steht zumindest nicht alleine da und hat immer wieder Leute, gegen die man antreten kann. Man kann hier Glück oder auch Pech. Ihr könnt also auch als Gelegenheitsspieler durchaus Boden gutmachen, echt gute Kämpfe bestreiten und gewinnen. Am Ende ist der Online-Modus natürlich das Sahnehäubchen obendrauf, wenn ihr besonders starke Gegner haben wollt. Nicht, dass es die nicht auch im Arcade-Bereich oder der World Stage gäbe (ihr müsst nur die Schwierigkeitsstufe erhöhen) aber es bietet eben das gewisse Etwas.
Als normaler Virtua Fighter Spieler hat man hier aber generell noch weitere Möglichkeiten. Man kann sich einen eigenen Titel aus einer Vorauswahl wählen, der im Kampf unter dem Namen angezeigt wird. Ebenfalls gibt es natürlich allerlei Ergebnisse aufgeschlüsselt samt Spielzeit abzurufen. Hier werden alle Lobbymatches aufgelistet wie auch gegliedert nach Rangkämpfe oder Turnier-Events. Alle Ergebnisse, die Anzahlt der bestrittenen Fights und Prozentzahl der tatsächlichen Gewinne als Spielinformation werden gesammelt und für immer unter dem eigentlichen Spielernamen, den jeder auf Steam oder PS5 gewählt hat, abgelegt. Diese Informationen sind auch für andere Spieler abrufbar – sofern man dies als Spieler freigibt. Interessant ist zu sehen, wie oft mittels Excellent, K.O., Ring Out oder auch Time Up gewonnen wie auch verloren wurde. Selbst die Arenen spielen eine Rolle, um zu veranschaulichen, auf welchem Untergrund man offensichtlich besser oder schlechter zurechtkommt. Es gibt insofern ein reines Online-Menü für die Spielerdaten des oder der eigenen Kämpfer. Ihr könnt also durchaus schon vor einem Kampf sehen, wie hoch der Prozentsatz der bisher bestrittenen Kämpfe des Gegners ist. Das allein kann einen gewissen Respekt zum Gegner verschaffen. Denn geht ihr online und seht eine Siegesrate von beispielsweise 86%, dann ist guter Rat vielleicht schon teuer. Natürlich beginnt jeder Neuling im Rang „10. Kyu“ und steigt innerhalb der Ranglisten-Matches auch auf. Das mag imposant klingen, ist am Ende aber reine Statistik. Worum es wirklich geht, ist der Kampf.
Technik
Über die Technik von Virtua Fighter: R.E.V.O. müssen wir eigentlich kaum noch sprechen, wo dieser Titel für Steam eigentlich nur ein Update darstellt und vor allem die ‚World Stage‘ integriert. Aber natürlich bringt SEGA auch hier nochmals einige kleinere Verbesserungen mit. So gibt es weniger „Plastik-Look“ oder eine reduzierte Latenz, die Eingabeverzögerungen weiter minimiert und damit Controller-Eingaben häufiger abfragt, als das Spiel Bilder (Frames) darstellt. Dies ist wichtig vor allem im Crossplay, um zwischen den verschiedenen Systemen auch faire Kämpfe zu ermöglichen. Denn nichts ist schlimmer als Reaktionszeiten, die bspw. beim Blocken von gegnerischen Angriffen notwendig sind. Zusammen mit bzw. als Rollback Netcode hilft es dabei, dass sich Online-Matches fast so flüssig wie lokale Kämpfe anfühlen. Man kann also durchaus sagen, dass SEGA mit dem ursprünglichen Titel VF5: REVO genau jene Technik testete, verbesserte und nun für verschiedene Systeme auslagerte. Mit der ‚Dragon Engine‘ und 60 Frames pro Sekunde läuft das Spiel also auch online flüssig. Was aber ist der Rollback Netcode? Es geht dabei um die Synchronisierung der Spielzustände online. Er ermöglicht jene minimale Latenz und reibungsloses Gameplay. Das wird sogar dann garantiert, wenn die Netzwerkverbindung nicht ideal ist. Die geschmeidigen Bewegungen aller Charaktere wurden beibehalten, während die verschiedenen Arenen ebenfalls sehr schick daherkommen. Es ist ein Augenschmaus, was hier an optischen Raffinessen daherkommt. In einigen Arenen kann man sich zum Start in die Grafik-Raffinessen vergucken, wenn die Charaktere noch ihre Kampfansagen gegeneinander machen. Die Arenen werden im Kampf genutzt, sodass Begrenzungen mitunter zersplittern oder sich während mehrere Kampfrunden auch verändern. Spiegelungen im Wasser, Abdrücke im Sand, alles ist dabei. Dazu gibt es 4K-Support. Der aktualisierte Soundtrack der ursprünglichen PS4-Version hin zu REVO bleibt natürlich bestehen, was dem normalen Spieler vermutlich zunächst kaum auffällt. Die sorgfältige Aktualisierung ist damit aber nicht beendet. Im situationsbedingten Training könnt ihr nun auch Konter für spezifische Setups erlernen.
Was hat man dagegen nicht verbessert? Das Menü ist im Vergleich zur PS4-Edition geblieben, bekam nur jene ‚World Stage‘ hinzu. Die Online-Kämpfe könnt ihr weiterhin gleich auf dem Menü schauen, euch ins Vollbild schalten oder auch speichern. Diese gespeicherten Videos könnt ihr stellenweise nachspielen. Damit kommt mehr Handlungsspielraum in die Videos herein: Nicht nur anschauen, sondern selbst jene kleinen Momente (nicht den gesamten Kampf) selbst in die Hand nehmen. Das ist spannend. Verändert hat man hier aber auch das gesamte Menü, das nun im Bild bleibt und nicht unsichtbar geschalten werden kann. Damit muss man innerhalb der Videos und Replays leider nun mit dem Menü leben, das hoffentlich in einem Update behoben wird. Sollte man sich mal vertippen, in den lokalen Modus für zwei Spieler gehen aber keine zweiten Controller angeschlossen haben, bleibt einem leider nur das Beenden des Spiels. Denn das fordert einen dazu auf, eine Tasteneingabe auf dem zweiten Controller, den es nicht gibt. Zurück ging es nicht. Eine Kleinigkeit der Technik, die nicht weiters schlimm ist aber man sicher Abhilfe schaffen kann.
Extras / DLCs
In der Auswahl des Charakters könnt ihr mittels der Options-Taste (Esc via Tastatur) das Outfit ändern. Normal sind zwei Stück voreingestellt. Drückt ihr die [J]-Taste auf der Tastatur oder [X] auf dem Xbox-Controller (PC-Version), gelangt ihr aber in ein weiteres Outfit-Menü mit verschiedenen Typen. In diesem Menü sind auch die Add Ons des Spiels für weitere Outfits angesiedelt. Wer zum Release oder kurz danach ein entsprechendes Paket mit bzw. für das Spiel kaufte, kann hier auf Outfits aus alten Arcade bzw. SEGA Saturn Zeiten zurückgreifen. Natürlich feierte SEGA zur Vorbestellung der 30th Anniversary Version weitere Neuheiten, insbesondere die Strandklamotten. Symbolisiert werden diese unterschiedlichen Classic-Outfits mit „VF S1“ sowie „VF S2“. Diese stellen die Polygon-Charaktere dar. Der Kampf ist dann ebenso geschmeidig mit allen Moves, wenngleich die Charaktere im früheren Pixel-Look daherkommen. Lippen bewegen sich bei den Aussagen der Charaktere keine. Es ist eben Oldschool-Optik. Diese gibt es sogar für jene Charaktere, die es damals noch gar nicht in der Fighting-Riege gab. Wer sich weitere Add Ons runterlädt, findet hier auch die Outfits für Yakuza und Tekken sowie jene zum 30th Anniversary.
Was mich beim Spielen auf Steam und PS5 anfangs wunderte: Ich hatte bei denselben Charakteren im selben Outfit unterschiedliches Material. Damit meine ich keine Klamotten aus Yakuza oder andere Besonderheiten, sondern bspw. die Haarfarbe der Standard-Frisur von Sarah: Auf PS5 in schickem schwarz, auf Steam nicht vorhanden. Für Vanessa bspw. konnte ich auf Steam eine Frisur entdecken, die mich glatt an jene von Bayonetta aus ihrem dritten Teil erinnerte – auf PS5 hatte ich diese nicht. Auch nicht die schicke Mütze, von der ich dachte, sie mir erspielt zu haben. Innerhalb der Herausforderungen auf PS5 konnte ich aber keine einzige der farblich verschiedenen Mützen entdecken. Es ist schwierig, dies tatsächlich zuzuordnen. Denn während ich auf PS5 lediglich die Standardsoftware nutzte samt Dural-DLC (so gab es die PS5 unter den installierten Inhalten vor), so wirken offensichtlich dennoch die DLCs aus der PS4-Version. Das dortige „Legendary Pack“ mit jenen Pixel-Charakteren gilt dann auch auf einer PS5 bereits als gekauft. In diesem befinden sich ca. 2000 Artikel (Outfits und Accessoires) für die Charaktere oder Original-Arenen der Serie. Im „Yakuza-Pack“, worüber ich dagegen auf Steam verfüge, wird wiederrum mit 650 Accessoires und Kleidungsstücke angegeben. Man sieht also, dass selbst Kleinigkeiten in der Gestaltung anders ausfallen, wenn man nicht entsprechende Pakete besitzt. Man bemerkt den Mehrwert erst, wenn man sie in einer anderen Version nicht besitzt und seinen Charakter dort nicht 1:1 „nachbauen“ kann.
Zur Dural-jetzt-mit-dabei-Werbung sollte man wissen: Dieser besondere Final-Gegner des Arcade-Modus ist nicht in jedem Modus verfügbar. Spielen könnt ihr mit Dural im Training, im Online-Rangmodus oder Lokal. Den Arcade-Modus oder die World Stage könnt ihr mit ihr nicht betreten. Das DCL kostet – wie weiter oben bereits erwähnt – 7,99€. Bedenkt man, dass die gesamt ‚World Stage‘ als freies Update kam, bei dem ihr Stunden verbringen könnt, wirkt der Preis von 7,99€ für die Auswahl dieses normalerweise freien Charakters fast schon wie ein schlechter Witz. Das ist schade. Leidenschaftliche Spieler und VF-Fans werden auf sie nicht verzichten, alle anderen kaufen sich aber lieber die Accessoires dazu. Davon hat man einfach mehr!
Es ist grandios, wie sich die Reise von Virtua Fighter 5 entwickelte: von einem grandiosen PS3-Spiel im Jahr 2007 über viele Updates, Verbesserungen aber auch Kürzungen hin zum heutigen PS5-Spiel. Die Vorlage gab Steam zuletzt mit VF5: R.E.V.O. – jetzt mit Update auf ‚World Stage‘. Was bedeutet das? Steam-Spieler erhalten das Update kostenlos, bezahlten sie vorher ‚REVO‘. PS5-Spieler erhalten ‚REVO World Stage‘ dagegen erstmalig. Da es aber sehr eng mit dem PS4-Spiel Virtua Fighter 5: Ultimate Showdown verwandt ist, dürfen bereits gekaufte Add Ons auch hier weiter genutzt werden. Zudem gibt es einen Rabatt für Besitzer der PS4-Version.
Mit diesem Titel steht nicht nur der eSport im Fokus, denn das war die vorherige PS4/Arcade-Version. Es gab nur den Arcade Modus, das Training und die Online-Kämpfe (Rangkämpfe, Lobbykämpfe, Turniere). Dass das RGG Studio jetzt endlich den Quest Modus des Originals zurückholt, macht das Spiel erst rund! Ich sollte eher sagen: komplett! Denn nun haben wir wieder einen echten Offline-Modus mit vielen Bereichen und unzähligen Gegnern. Hier verweilt man Stuuuuuunden, macht nebenbei gewisse Herausforderungen über all die Kämpfe hinweg (5 Matches als Akira spielen, 30x gegen Akira gewinnen, 500 niedrige Angriffe ausführen usw.) und erspielt sich dadurch viele Accessoires für alle 19 Charaktere. Diese dienen der kompletten Umgestaltung, was ihr wieder in der ‚World Stage‘ und im Online-Modus nutzen könnt. Diese neueste VF-Version wird erstmals seit 2007 wieder gleichwertig, was den Inhalt angeht. Virtua Fighter steht für technische aber auch spielerisch hochwertige Qualität. Dies zeigt SEGA nun endlich wieder! Ansonsten ist es eure Entscheidung, wo ihr lieber spielt. Am PC könnt ihr bspw. im Menü auf die Tastatur nutzen, scrollen oder Videos speichern. Nutzt ihr dann Controller, springt es sofort auf diesen um. Es waren keine Ruckler erkennbar beim Spielen, alles sanft und geschmeidig (AMD Ryzen 7). Wie ich sah, wurde zwischenzeitlich am PC allerdings bzgl. des Easy Anti-Cheat (EAC) diskutiert, ein integrierter Dienst zur Betrugsbekämpfung, der auch Hackerangriffe unterbindet. Dies macht offenbar einigen Spielern zu schaffen, da dieses System teilweise auf Steam Deck oder via Linux Desktop Probleme bereitet. Ansonsten ist der einzige Vorteil am PC: Online-Gaming ist hier kostenfrei. Auf Konsole müsst ihr zahlen. Ohne Abo stehen dann keine Online-Matches zur Verfügung, dafür nun aber ein gewaltiger Single-Player-Modus. Das einst immer weiter abgespeckte VF5 kommt nun im Vollformat wieder. Dies ist das „Definitive Remake“ des Originals. Damit ist das alte VF5 aus 2007 endlich auf Stand der Zeit – nun sogar im Crossplay. Natürlich erhält das verbesserte Virtua Fighter 5 als vollumfängliches Remake damit seine frühere Bewertung von 95 Ringen zurück!
Ronny Wecke

