Mit dem Multi-Mega schuf SEGA eine ganz besondere Kombi-Version des Mega Drive und Mega-CD. Das Gerät wurde als tragbare Konsole verkauft, da es nur etwas größer als ein Discman ist. Zwei AA-Batterien genügen, um den CD-Player auch unterwegs zu betreiben. Der beleuchtete LCD-Screen – zu damaliger Zeit sehr teuer – zeigt beispielsweise die Titel-Nummer an. Kopfhörer angesteckt und schon ist das Hören von Musik überall möglich. Daheim finden Stereo-Lautsprecher Verwendung. An der Vorderseite des Multi-Mega befinden sich Kontrolltasten, um den Player zu bedienen: Play, Stop etc. aber auch die Taste zum Öffnen der CD-Lade. Wird die Hardware mit einem Netzteil betrieben, wird das System normal als Mega Drive oder auch Mega-CD verwendet. An der Vorderfront befinden sich zwei Controller-Ports – aufgrund des Abstands zueinander nicht mit dem 4-Way-Play von EA kompatibel – um alle Spiele des 16-Bitters zu spielen. 

Tectoy: Multi-Mega CDX Commercial



1993 wurde die Konsole erstmals auf der Summer Consumer Electronics Show (S-CES) erwähnt und gegen April 1994 in Europa als Multi-Mega und in den USA als Genesis CDX veröffentlicht. Mit 399 US-Dollar zum Start (unter Berücksichtigung des Kurses im Jahr 1994 rund 650 DM) war es in den USA wesentlich günstiger als in Europa. Deutsche Spieler mussten rund 999 DM (rund 500 Euro) auf den Tisch legen. Veröffentlicht wurde das System zumeist im Dreierpack mit verschiedenen Spielen wie „Road Avenger“ (CD), „Ecco the Dolphin“ (CD) und Sonic the Hedgehog 2 (Cartridge). Tectoy, die das Gerät in Brasilien als Multi-Mega CDX vertrieben, legten wie auch SEGA in Amerika beispielsweise „Sonic CD“, „Ecco the Dolphin“ und „Sega Classics“ jeweils auf CD bei.


In Japan erschien das kleine Multi-Gerät nicht. Allerdings wurde der Multi-Mega dort durch Linguaphone lizenziert. Über deren Lizenz-System, das als Linguaphone Education Gear auf den japanischen Markt kam, ist allerdings kaum etwas bekannt. Vermutlich sollte das Gerät zu Bildungszwecken genutzt werden. Ebenfalls nicht vollkommen klar sind die verkauften Einheiten dieser Rarität. In Nordamerika wurden 5.000 Einheiten des Genesis CDX ausgeliefert – mitunter wird sogar von einer Limitierung dieser Stückzahl im Allgemeinen gesprochen. Allerdings widerspricht dies insofern, dass auch Europa und Brasilien entsprechende Einheiten verkauften. Eingestellt wurde die Produktion zudem mit dem Release des 32X. Dieses Add On ist voll kompatibel, obwohl dies durch SEGA of America oft verneint wurde. Die geplante Kombi-Konsole SEGA Neptune als Mega Drive und 32X in einem Gerät dürfte ein Grund für die Einstellung der Produktion gewesen sein.

CPU

  • Motorolla 68000 (7,67 MHz)
  • Motorolla 68000 (12,5 MHz)

Grafik

  • Video Display (VDP), kundenspezifischer LSI-Chip
  • Anzahl der Farben: 512 Farben
  • Display: orange bei Game-Disc, transparent bei Audio-CD

Speicher

RAM:

  • 512 Kbit (Programm-Arbeits-RAM)
  • 64 Kbit (Ton-Arbeits-RAM)
  • 512 Kbit (Video-RAM)
  • 6 Mbit (Programm, Bilddaten, Tondaten)
  • 512 Kbit (PCM-Wellenform-Speicher)
  • 128 Kbit (CD-ROM-Daten-Pufferspeicher)
  • 64 Kbit (Reservespeicher)
  • Boot-ROM: 1 Mbit, CD-Spiele-BIOS

Sound

  • PCM-Soundquelle: acht Stereo-Kanäle, Abtastfrequenz: 32 kHz maximal
  • FM-Tonquelle: sechs Stereo-Kanäle
  • PSG-Tonquelle: drei Kanäle
  • D/A-Wandler: 16-Bit-D/A-Wandler, Interner Digitalfilter mit achfach-Over-Sampling,
  • FM-, PCM-, und CD-Tonmischung
  • Audio-CD Daten: Frequenzgang: 20 Hz bis 20 kHz, Rauschabstand: mehr als 75 dB (1 kHz) (Line-Ausgang), Stereo-Kanaltrennung: mehr als 65 dB

CD-Laufwerk

  • CD-Durchmesser: 12 cm und 8 cm
  • Laufrichtung: entgegen dem Uhrzeigersinn (relativ zur Abtastoberfläche)
  • Zugriffszeit: durchschnittlich 0,7 s  (1/3 Takt)
  • CD-Software (Spiele), CD+G kompatibel

Audio-Ausgang

  • LINE OUT: Stereo-Minibuchse (3,5 mm Klinkenstecker)
  • Kopfhörer-Ausgang: Stereo-Minibuchse (3,5 mm Klinkenstecker)

Video-Ausgang

  • Video/HF/RGB

Betriebszeit der Speicherversorgungsbatterie

  • circa 28 Tage