Chronik seit 2006
Von der 'SONIC Site' zum 'SONIC Club'
„Die Geschichte des SONIC Clubs beginnt nicht mit einer Webseite, sondern mit einer Idee. Eine Vision, die im Hintergrund wuchs, lange bevor sie sichtbar wurde. Während Sonic sich über die Jahre hinweg weiterentwickelte, entstand der Wunsch, diesem Universum einen eigenen Platz zu geben – ruhig, strukturiert und mit Liebe zum Detail.“
Die Geburt einer Vision
Es wirkt heute fast wie eine Ewigkeit, doch die Wurzeln des SONIC Club reichen zurück bis ins Jahr 2006. Das Forum des SEGA Clubs war gerade ein halbes Jahr alt, als im Hintergrund bereits die Vorbereitungen für die neue Hauptseite nach der Übernahme von www.sega-club.com liefen. Es war eine Phase des Aufbruchs – noch bevor die legendäre Erstdomain des früheren Sega Club Weingarten, www.scw-web.de, offiziell in unser Netzwerk eingegliedert wurde.
In dieser Phase stieß Dennis M. (Emerl, später Jack) zum Team. Als leidenschaftlicher Sonic-Fan, der bereits durch Reviews, Serienbegeisterung und Merchandise-Interesse in der Szene aktiv war, suchte er das Gespräch mit Ronny (AstroTiger). In einem heute fast schon historischen Austausch über den damals gängigen MSN-Messenger „pitchte“ er die Idee: Der SEGA-Club brauche ein eigenständiges, großes SONIC-Projekt. Die Ausgangslage war besonders: Der SEGA-Club grenzte sich damals bewusst von der gängigen Konkurrenz ab. Wir wollten keinen typischen „blauen Stil“ und nicht den klassischen blauen Igel als Aushängeschild. Stattdessen prägte Shadow the Hedgehog mit seiner dunklen Ästhetik und seinem markanten Charakter unsere Identität – ein Spiegelbild unserer eigenen Reise und unseres Kampfgeistes. Da Shadow bereits das Gesicht der Hauptseite war, bot ein eigenständiges Sonic-Projekt die perfekte Ergänzung, ohne visuell mit dem SEGA-Club zu kollidieren.
Am 13. Dezember 2006 begann schließlich im internen Bereich des Forums die erste offizielle Diskussion über dieses zweite große Vorhaben. Der SEGA-Club selbst befand sich noch in der Konzeptionsphase, und wir stellten uns grundlegende Fragen: Können wir das leisten? Welche Strukturen brauchen wir? Welche Inhalte sollen entstehen? Während der SEGA-Club als unser zentrales Fundament Gestalt annahm, wuchs im Verborgenen die Vision einer völlig eigenständigen Sonic-Webseite – einer Vision, die unsere Arbeit über zwei Jahrzehnte begleiten sollte.
An dieser Stelle stand fest: Eine eigenständige Sonic-Seite sollte als Sub-Projekt des SEGA-Clubs entstehen. Mit dem Start des neuen CMS Anfang 2007 entstand erstmals die technische Grundlage für ein Sonic Projekt. Dennis (Emerl) begann mit der Entwicklung einer Basis, auf der dieses neue Projekt wachsen konnte. Doch im SEGA-Club holte uns die Realität ein: Der bevorstehende Launch verlangte unsere volle Aufmerksamkeit. Wir integrierten unzählige Artikel, scannten Spielbestände ein, schrieben Reviews und produzierten eigene Videos. Die Pflege des SEGA-Clubs allein war eine Mammutaufgabe – und das Sonic-Projekt musste zurückgestellt werden, zumal Emerl längerfristig erkrankte. Erst im Februar 2008 wurde das „Sonic Projekt“ wieder aufgegriffen. Insofern war der Weg bis hierhin etwas steinig. Ein wichtiges Detail in diesem Zeitraum war der Club Crash Ende 2007 – ein totaler Datenverlust, der sich jedoch als Fluch und Segen zugleich herausstellte. Denn aus diesem Neuaufbau lernten wir unser System besser zu verstehen und waren fortan in der Lage, das Ursprungslayout zu optimieren und nach unseren eigenen Vorstellungen anzupassen.
SONIC Site: Das Projekt in seiner Ur-Gestalt
Hinter den verschlossenen Türen der Subdomain ‚sonic.sega-club.com‘ entstand im Jahr 2008 die erste Version dessen, was wir schlicht „SONIC Site“ nannten. Das Design, für das sich vor allem Tanja (Tikal) verantwortlich zeichnete, orientierte sich eng am SEGA-Club – inklusive eines markanten Headers mit Sonic. Auch die Info-Box, wie wir sie stets nannten, zeigte den blauen Igel. Die Seite wirkte wie das natürliche Gegenstück zum SEGA Club, der damals von Shadow the Hedgehog geprägt wurde.
Emerl kehrte Ende 2008 nach seiner Genesung zurück und machte da weiter, wo er aufhörte. Voller Tatendrang testete er mit Sonic Unleashed den in 2008 aktuellsten Sonic-Titel. Damit kümmerte er sich größtenteils um Spiele-Tests. Das Sonic-Projekt wurde derweil mit ersten Inhalten gefüllt: Artikel, Reviews und Wallpaper fanden ihren Platz. Für viele dieser erste Puzzleteile der neuen Webseite war Tikal verantwortlich. Alle Bilder trugen damals stolz das klassische SEGA-Club-Logo – unsere SONIC Site war nun nicht mehr nur ein Experiment, sondern ein ernsthaftes Vorhaben. Das Projekt entwickelte sich stetig weiter. Die kreative Arbeit im SEGA Club Hauptprojekt zog neue Talente an. Im Oktober 2008 trat Peggy H. (ShiShiKo) dem Team bei. Als begabte Zeichnerin entwarf sie ein Logo für das Sonic-Projekt, das parallel zu unserem goldenen SEGA-Club-Logo für Screenshots genutzt wurde und den Domainschriftzug zeigte. Wir ersetzten sämtliche Bilder der Archive und Reviews, um der Seite ein eigenständiges Erscheinungsbild zu geben. Die SONIC Site war nun kein bloßer Gedanke mehr – sie nahm Form an.
Während all dies im Hintergrund geschah, arbeiteten wir auch an einem neuen Foren Style. Farblich an die SONIC Site angepasst, tauchte er das Forum in ein sanftes Blau-Lila und fand sofort Anklang bei den Mitgliedern. Dass im Geheimen eine weitere Webseite entstand, ahnte zu diesem Zeitpunkt niemand. Wir entschieden uns, den Namen „SONIC Site“ beizubehalten und gaben ihm ein eigenes Gesicht: Das ikonische goldene Sonic-Logo wurde um das Wort „Site“ ergänzt. Damit verabschiedeten wir uns vom bisherigen SEGA-Club-Logo im Header des Projekts. Der neue Header wurde heller und zeigte Sonic aus seinem Debüt auf Xbox 360 und PlayStation 3 (Sonic the Hedgehog, 2006). Trotz dieser optischen Veränderungen blieb eines unverändert: Die SONIC Site war klar als Teil des SEGA-Clubs erkennbar. Das Layout basierte weiterhin auf dem vertrauten Grundgerüst der Hauptseite.
Doch es waren nicht nur Bilder, die das Projekt bereicherten. Auch Rafael (Crawletas), ein Gitarrist aus Brasilien, fand Gefallen an unserer Arbeit. Er trat dem Team bei und steuerte einige seiner mit E‑Gitarre nachgespielten Sonic-Songs bei. Sein eigenes „SEGA-Club Theme“ veröffentlichte er auf seinem YouTube‑Kanal, während wir die Verlinkungen innerhalb unserer YouTube‑Channels austauschten. Die SONIC Site sollte damit auch einen unverwechselbaren Sound erhalten. Diese Entwicklungen führten dazu, dass wir für SEGA Deutschland eine kleine Präsentation unserer neuen Projekte vorbereiteten: die SONIC Site aber auch Dreamcast Powerbase. Ein möglicher Launch ab frühestens November 2008 stand für beide Projekte im Raum. Erste Bilder des Sonic-Projekts wurden bereitgestellt. Doch der Start verzögerte sich. Zu viele Inhalte mussten noch ausgearbeitet werden, und wir wollten dem Projekt die Zeit geben, die es brauchte.
Die Verzahnung von Spielen, Reviews und Archiven
Ein Kernanliegen beim Aufbau der SONIC Site war von Beginn an die perfekte Usability. Wir wollten ein System schaffen, in dem Gäste sich nicht in Untermenüs verlieren. Archive, Software-Beschreibungen und Testberichte wurden direkt miteinander verzahnt: Ein Klick sollte genügen, um zwischen Spielarchiven und Reviews hin- und herzuwechseln. Um die Flut an Titeln zu bändigen, strukturierten wir das Archiv in SEGA-Systeme, Third-Party-Plattformen, Handhelds und Gastauftritte. Besonders stolz waren wir auf unser modulares Text-Konzept. Da die Informationslage je nach Spiel stark variierte, entwickelten wir eine Gliederung, die sowohl für Retro-Klassiker als auch für zukünftige Titel funktionierte. Dieser „zukunftsweisende Stil“ erlaubte es uns, Artikel jederzeit zu erweitern, ohne den Lesefluss zu stören. Dadurch könnten wir auch schnell und einfach zu Hintergründen oder Tipps & Tricks wechseln – ein Prinzip, das wir auch auf die Charakter-Datenbank übertrugen.
Auch medial setzten wir weiter Maßstäbe: Neben Trailern und Wallpaper rückten TV-Serien wie Sonic Underground oder Sonic X in den Fokus. Der Aufwand hierzu war aber so enorm, dass viele Sektionen zunächst Baustellen blieben. Es gab zig Artikel mit halbfertigem Wissen. Vieles musste daher anschließend noch etwas weiter aufgearbeitet werden. Man könnte es einen Qualitätsanspruch nennen oder auch eine Phase, in der wir uns mitunter entscheiden musste, ob manche Tiefe in die Artikel nicht doch zu viel war. Aber es zeigte, was wir vorhatten: tief ins Sonic-Universum eintauchen bei Spielen, Serien, Medien und mehr. Mitte 2009 standen wir vor einer Entscheidung: Während des Zockertreffes [play2009] erhielten wir ein Übernahmeangebot: die Verschmelzung mit neXGam. Doch unsere Unabhängigkeit wollten wir bewahren und den Sprung in ein neues Zeitalter selbst meistern. Dafür gab es mehrere Gründe: Wir hatten vor gut einem halben Jahr unseren ehemaligen Partner Dreamcast Powerbase und auch das Prestige-Projekt Shenmue-Saga übernommen. Wir hatten Visionen – nicht nur mit der SONIC Site. Nach dem Zockertreff bekamen wir noch ein zweites Angebot: den Club für 2010/2011 mit einem neuen CMS für die Zukunft aufzustellen. Doch das Schicksal hatte mit uns andere Pläne. Mit dem Jahreswechsel 2010 änderten sich die privaten Lebensumstände im Team massiv: Ausbildung, Studium und neue Jobs forderten ihren Tribut. Die Zeit für aufwendige Videobearbeitungen und Texte schwand. Sowohl die Hauptseite als auch die SONIC Site gerieten dadurch ins Hintertreffen. Und es tat sich noch eine ganz andere Sache auf: Ein ambitioniertes Manga-Projekt von ShiShiKo namens „Sonic Origin“.
Gegen Mitte 2010 keimte eine Idee auf, die das SONIC-Projekt um eine völlig neue, kreative Ebene bereichern sollte: Unsere Zeichnerin ShiShiKo startete die Arbeit an einem exklusiven Online-Manga mit dem Namen „Sonic Origin“ (nicht zu verwechseln mit der viel späteren Spielesammlung von 2022). Es war ein Projekt mit extrem viel Herzblut, in dem Charaktere und Welten liebevoll von Hand gezeichnet und koloriert wurden.
Ein eigenes Reich für die Kunst
Ursprünglich als Ergänzung zur „Sonic Site“ gedacht, entwickelten sich die Idee schnell in Richtung eines komplett eigenständigen Bereichs. ShiShiKo wollte nicht nur eine Geschichte erzählen, sondern den Besuchern die gesamte Welt der Manga- und Anime-Kultur näherbringen. Dazu gehörten Erklärungen der Begrifflichkeiten und eine Analyse dessen, was den dynamischen Stil eines Mangas eigentlich auszeichnet. Tanja (Tikal) legte dafür das Redaxo-CMS neu auf. Innerhalb einer Beta-Phase nahm die Manga-Gestaltung Form an, die anschließend auf die einzelnen Kapitel übertragen werden sollte. Chapter 1 verfügte bereits über die ersten fertiggestellten Seiten. Zudem gab es eine Übersicht zu den Charakteren Sonic, Amy, Tails und Knuckles. Hierzu begann ShiShiKo mit eigenständigen Charakterbeschreibungen, abgestimmt auf ihre Geschichte. Sie sollten der Handlung ein festes Fundament geben. „Sonic Origin“ aber sollte noch mehr bieten: ein multimediales Erlebnis durch exklusive Wallpaper, eigens gestaltete Desktop-Icons und Videosequenzen. Unter dem Banner „S-Cat & Co.“ formte ShiShiKo das Team mit ebenfalls eigens kreierten Charakteren: Zu ihnen zählten Tikal, der Schwarze Henker und AstroTiger. Es war ein liebevolles Projekt, das Ende 2011 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollte.
Kreativität vs. Realität
Das offizielle Art-Team, die S-Cats (Peggy, Rabea und Vivi), blieb jedoch weitgehend ein Symbol für das, was hätte sein können. Faktisch blieb das Manga eine Solo-Leistung von ShiShiKo, die auf den Support des Kernteams angewiesen war: Tanja übernahm die technische Einpflege, während Benjamin (Der Schwarze Henker) die Texte für ein internationales Publikum ins Englische übersetzte.
Doch die Konzentration auf dieses Sub-Projekt forderte ihren Tribut. Während der SEGA-Club durch private Umbrüche im Team ohnehin belastet war, bedeutete der Fokus auf das Manga den Stillstand für die Hauptseite, für Dreamcast Powerbase und für die SONIC Site. Parallel dazu arbeitete ein Techniker an einem neuen Typo3-Multisystem, das alle Projekte ab Anfang 2012 vereinen sollte. Hier kollidierten die Welten: ShiShiKo forcierte den Launch im alten System, während die Technik auf das moderne CMS wartete, um Funktionen wie Videoeinbindungen zu ermöglichen. Diese Spannungen belasteten die Zusammenarbeit nachhaltig. Da das alte System technisch am Limit war und das neue CMS nicht fertig wurde, entschied ShiShiKo schließlich, das Projekt einzustellen. „Sonic Origin“ blieb in den Kinderschuhen stecken. Anfang 2012 stellte der Techniker seine Arbeiten aus Zeitgründen ebenfalls ein.
Die Retrospektive: Ein Sturm im Wasserglas
Blickt man heute, Jahre später, objektiv auf das Projekt „Sonic Origin“ zurück, bleibt eine ernüchternde Erkenntnis: Der bis dahin geschaffene, tatsächliche Inhalt stand in keinem Verhältnis zu den internen Krisen, die er damals auslöste. Hinter der großen Ankündigung verbarg sich kaum mehr als ein noch leeres „Grundgerüst“ und eine Handvoll Manga-Seiten. Es gab faktisch kein fertiges Material, keinen vollenden Artikel, um den geplanten Launch Ende 2011 auch nur ansatzweise rechtfertigen zu können. Das eigentliche Kernprodukt – der Manga – war noch Lichtjahre von einem echten Mehrwert entfernt; es hätte vermutlich noch mindestens ein weiteres Jahr intensiver Arbeit an weiteren Kapiteln und Profilen benötigt, ebenfalls für die geplanten Zusatzbeschreibungen und Medien. Aus heutiger Sicht lässt sich sagen: Ein eigenes CMS wäre gar nicht nötig gewesen – das Projekt hätte im künftigen SONIC Club seinen perfekten Platz gefunden. Damals dagegen wurde so wenig fertiggestellt, dass die Inhalte sogar kaum für einen Rückblick-Artikel ausreichen. Das Projekt dient uns heute vor allem als mahnendes Beispiel dafür, wie wichtig realistische Ziele und klare Kommunikation sind. Letztendlich half es uns dabei, den Fokus anschließend wieder auf das Wesentliche zu lenken: Inhalte für das Club-Netzwerk. Denn mit der Einstellung des Mangas gingen die Arbeiten an der SONIC Site langsam wieder voran.
Die Jahre ab 2012 markierten eine schwierige Phase – nicht nur für uns, sondern auch für SEGA selbst. Das Unternehmen durchlief einen massiven Wandel: Die kontinentalen Niederlassungen in Europa wurden geschlossen – auch SEGA Deutschland. Viele liebgewonnene Marken wurden in diesem Jahr fallengelassen, während der Fokus zunehmend auf PC-Titel, Mobile Games und Downloads rückte. Als Konsolenspieler der ersten Stunde, die bereits mit dem Master System aufgewachsen waren, konnten wir dieser neuen Welt aus Free2Play und Smartphone-Apps nur wenig abgewinnen. Für uns fühlte es sich an, als würde die Identität von SEGA langsam ins Nichts gleiten. Doch inmitten dieser Leere blieb eine Konstante: Sonic the Hedgehog. Er war im Jahr 2012 die einzige große Marke, die auch im Konsolenbereich beständig bleiben sollte.
Die Entstehung des SONIC Clubs
Vielleicht war es genau jene Nostalgie, die unseren Wunsch und Willen neu entfachte: Das Sonic-Projekt sollte endlich vollendet werden. Mitte 2014, als der größte Stress nachließ, überlegten wir, im alten System weiterzuarbeiten und einen vorläufigen Release im Redaxo-System zu wagen. Die Idee eines neuen Systems hatten wir zu diesem Zeitpunkt bereits mehrfach verfolgt – und ebenso oft wieder verwerfen müssen. Ganz aufgegeben hatten wir sie nie, doch wir konzentrierten uns zunächst darauf, die SEGA Flagge für Fans wieder sichtbar zu machen.
Wir verschafften uns einen Überblick über die vorhandenen Inhalte und beschlossen eine Namensänderung: eine neue Identität, ein Neustart. Am 10. Juni 2014 beschlossen Astro und Tikal ohne langes Zögern: Aus der „SONIC Site“ sollte der „SONIC Club“ werden – näher am SEGA-Club, klarer in der Identität und stärker in der Ausrichtung. Intern kommuniziert wurde dieser Schritt erst 2015, doch der neue Spirit war sofort spürbar. Die ersten Updates zu Sonic-Spielen seit dem Stillstand von 2010 – als der Fokus auf das Manga Projekt „Sonic Origin“ wechselte – wurden eingepflegt. Auch ShiShiKos Screenshot Logo musste angepasst werden, da es noch den alten „Sonic Site“-Schriftzug trug. Wir ersetzten sämtliche Bilder, um dem Projekt ein einheitliches, neues Gesicht zu geben. Diese Arbeiten zogen sich bis ins Jahr 2015. Im Dezember 2014 stieß mit Christian S. (Protozet) ein weiterer leidenschaftlicher Fan zum Team. Er, wie viele andere vor ihm, liebten diese Vision der neuen Seite. Somit versuchten sich viele Persönlichkeiten als Projektleiter, um die Webseite eigeständig zu tragen, zu verwalten und mit Ideen zu bereichern. Zumindest war dies stets so durch AstroTiger und Tikal angedacht. Beide supporteten vielmehr und schrieben immer wieder Texte. AstroTiger war jedoch größtenteils im SEGA-Club involviert und stand seit der Übernahme näher an Dreamcast Powerbase. Tikal war es, die vielmehr Inhalte im SONIC Club seit jeher einfügte und Gastauftritte sowie Medien gestaltete. Die Projektleiter konnten wir über die Jahre auf vier bis fünf Leute beziffern sowie viele Helfer oder jene, die es sein wollten. Der Tatendrang aber hielt nie lange an. Es entstanden teils Freundschaften untereinander aber Arbeit wurde dennoch kaum geleistet. Niemand übernahm das Projekt so konsequent, dass ein stabiler Fortschritt zu sehen war. Die meisten waren da, weil sie da waren. Aber inhaltlich passierte nur wenig. Auch Protozet kehrte dem Projekt den Rücken, wie viele andere vor ihm. Die Unterstützung bestand in all den Jahren vielmehr aus einem Kommen und Gehen: Mehr als Worte folgten zumeist nicht. Als Tikal sich in 2014/15 selbst wieder dem Projekt annahm, kam wieder ein kleiner Aufschwung sowie frischer Wind ins Geschehen. Gleichzeitig erschwerten technische Entwicklungen die Arbeit: Browser-Updates machten das alte CMS zunehmend unzuverlässig. Selbst einfache Funktionen wie Tabellen erforderten Browser-Wechsel. Unter diesen Bedingungen war ein Launch nicht mehr realistisch.
Diese Umstände führten auch zu nur noch seltenen Updates im SEGA-Club. Als das Club-Forum im Mai 2016 gehackt wurde, mussten wir handeln. Wir nahmen das Forum vorübergehend offline und stellten es nur über einen nicht öffentlichen Link bereit. Aus Sicherheitsgründen entfernten wir auch die SEGA-Club Webseite aus dem Netz – und mit ihr den SONIC Club. Das Projekt wurde zwar geschützt, lag aber seitdem ebenfalls auf Eis. Die Vision blieb bestehen, doch sie ruhte – geduldig, im Hintergrund, wartend auf den Moment, an dem sie unter einer neuen Sonne wieder das Licht der Welt erblicken würde.
Neustart: Der Weg zum modernen SONIC Club
Nach zahlreichen gescheiterten Versuchen, die technische Basis des Clubs zu erneuern, meldete sich 2017 ein neuer Techniker, der im März desselben Jahres eine erste moderne Startseite testete. Adobe kündigte zu dieser Zeit das Ende von Flash an – und damit das Ende der alten SEGA-Club-Startseite aus dem Jahr 2008.
Am 25. Juli 2018 wurde schließlich ein neues System aufgesetzt und intensiv getestet. Mit dem Jahreswechsel 2019 begannen schließlich die Arbeiten an einem komplett neuen SEGA-Club. Das System war nun (endlich) ein Multi-Portal, das mehrere Projekte gleichzeitig aufnehmen konnte – genau das, was wir uns seit Jahren gewünscht hatten. Wie schon 2007 lag die Priorität zunächst auf der Hauptseite: Viele Bereiche wurden komplett neu aufgebaut, darunter sämtliche Hardware-Artikel. Erst 2021 war der Moment gekommen, an dem wir über die Aufteilung der anderen Bereiche und die Rückkehr der Sub Projekte nachdenken konnten. Erst jetzt begann die eigentliche Geburtsphase des neuen und modernen SONIC Clubs. Lange wurde hier Herzblut reingesteckt und das, was in den Jahren geschaffen wurde, konnte sich durchaus sehen lassen, es musste nun übertragen werden, ebenso Stück für Stück mit viel Arbeit und Tatendrang in der Anpassung im neuen CMS. Dabei zeigte sich einmal mehr, dass viele Artikel oder Texte selbst im alten System nicht immer komplett fertiggestellt waren. An so mancher Stelle war dies eine (noch immer) große Herausforderung: aus den vielen Schnipseln ein großes Ganzes zu schaffen. Jede Menge Inhalte existierten dabei nur als Notizen oder Fragmente im alten System. Andere Informationen gab es wiederrum nur als Text-Dateien via Word – also noch nicht einmal im alten System eingetragen. Wir mussten sorgfältig auswählen, was sofort übernommen werden konnte, was neu entstehen oder im Nachgang aufbereitetet werden musste. Während die alten Game Infos früher systemgebunden waren, gab es nun eine Game Info pro Spiel – inklusive aller relevanten Versionen: zum Beispiel Sonic Adventure und spätere Ports u.a. für PC und GameCube. Das verhinderte Dopplungen und bot einen vollständigen Überblick ein Spiel inkl. der Umsetzungen. Doch es bedeutete auch Mehrarbeit: Manche Artikel waren für eine Plattform fertig, aber nicht für andere. Sonic the Hedgehog von 1991 lag vollständig als Mega Drive Edition vor, die 8-Bit-Versionen dagegen (noch) nicht. Die Überführung dauerte entsprechend an.
Der Aufbau des neuen SONIC Clubs unterschied sich dabei grundlegend vom früheren System. Die alte Verzahnung aus Archiv, Game Info und Review wich einer moderneren Struktur mit Teasern, klaren Kategorien und flexiblen Modulen. Die Sonic-Spiele wurden nicht mehr nach Systemen sortiert, sondern ab sofort chronologisch – von 1991 bis heute. Es entstand eine echte Liste. Die Game Infos, die bereits 2008 im alten Projekt sichtbar waren, bekamen eine vollständige Überarbeitung: aufklappbare Felder, Tabs und Video-Einbindungen gaben den Artikeln ein zeitgemäßes Gesicht. Auch frühere Ideen kehrten zurück, darunter das SONIC Wiki mit Glossar.
Die neue Konzeption des SONIC Clubs erwies sich jedoch als sinnvoller und nachhaltiger. Parallel testeten wir ein neues Artikeldesign für Serien und Filme und übertrugen sämtliche Sonic-Reviews – fortan ausschließlich im SONIC Bereich. Der Netzwerkcharakter des neuen Systems führte Besucher durch Querverweise über alle Seiten des Clubs und machte Zusammenhänge sichtbar. Wir nahmen nun auch aktiv Kontakt zu Publisher Plaion auf und sorgten für aktuelles Material. In diesen Jahren erschienen Titel wie Sonic Frontiers, Sonic Origins, Sonic Superstars, Sonic x Shadow Generations und Sonic Racing CrossWorlds. Es entstanden Reviews wie auch Game Infos zu diesen komplett neuen Spielen, um den Anschluss seit 2016 zu wahren und Lücken zu schießen. Das CMS erlaubte es uns, News gezielt einzelnen Projekten zuzuordnen. Unsere Meldungen seit 2005 wurden im SONIC Club wieder zugänglich gemacht. Es entstanden Reviews wie auch Game Infos zu diesen komplett neuen Spielen, um den Anschluss seit 2016 zu wahren und Lücken zu schießen. Das CMS erlaubte es uns, News gezielt einzelnen Projekten zuzuordnen. Unsere Meldungen seit 2005 wurden im SONIC Club wieder zugänglich gemacht. Es war ein behutsamer, aber konsequenter Mix aus Alt und Neu. Und er legte das Fundament für den SONIC Club, wie er heute existiert. Zwischen 2022 und 2025 wurden Reviews, Game Infos und Serienausarbeitungen schrittweise übertragen, überarbeitet und erweitert – während gleichzeitig völlig neue Inhalte entstanden. Wie erwähnt, konnte Tikal während der umfassenden Neugestaltung des Netzwerks aus persönlichen Gründen nicht mehr in gleichem Umfang mitwirken. Dadurch lag die Überarbeitung und Überführung der Sonic Inhalte in dieser Phase vor allem bei AstroTiger, dessen Erfahrung mit den bestehenden CMS-Strukturen eine zentrale Rolle spielte. Unterstützt wurde er durch David (Knuckles), der im Sonic Bereich einzelne Inhalte ergänzte oder auch für die Ausarbeitung der Sonic Boom Serie verantwortlich war. Support gab es punktuell auch durch Jessica (Luna42), die sich aber vor allem im ATLUS Segment engagierte. Das neue System bot Möglichkeiten, die das alte CMS nie hatte. Die responsive Darstellung zeigte bereits im SEGA-Club, wie viel Arbeit vor uns lag – und dass viele Bilder erneut ausgetauscht werden mussten, dieses Mal endgültig.
Mit diesem Aufbau entschieden wir uns nun auch für eine eigenständige Domain für das Sonic-Projekt und registrierten am 28. Oktober 2022 die Domain www.sonic-club.de. Am selben Tag entwarfen Astro und Knuckles das erste echte Logo für das Projekt seit dem Namenswechsel von SONIC Site zu SONIC Club. Erweitert wurde dies am 16. Februar 2023 mit der Domain ‚sonic-club.eu‘.
Mit Sonic-Speed in ein neues Abenteuer: Launch 2025
Die ersten Charaktere für das SONIC Wiki wurden überführt. An ihnen waren auch frühere Team-Mitglieder beteiligt – vor allem Vivi. Jetzt bekamen sie ebenfalls ein Upgrade: Insbesondere Shadow the Hedgehog erhielt als Zusatz seine komplette Entstehungsgeschichte innerhalb des Sonic Teams. Diese war damals noch nicht bekannt. Die verschiedenen Versionen, die ein Charakter innerhalb der Videospiele- bis Serienwelt einnahm, wurden ebenfalls in einem Artikel vereint. Ein Besucher des Charakter-Profils von Sonic the Hedgehog beispielsweise erhält seitdem alle Informationen vom blauen Igel bis hin zu seinen Versionen innerhalb der Serien. Herbei ist der Mehraufwand zu verstehen: Denn bestanden via dem alten CMS bereits einige TV-Versionen eines Charakters aber die Videospielversion als Hauptelement noch nicht, gab es vorerst noch keinen Gesamtartikel. Die Überführung der Charaktere bedeutete insofern genauso mehr Pflege. Weitere Bereiche, darunter Downloads oder Gastauftritte des Igels, wurden bis dahin nicht einmal berührt und noch zurückgehalten.
Die neue Seite präsentierte sich nicht als Überbleibsel früherer Versuche, sondern als vollständig neu gestaltetes Portal, das auf einem modernen Fundament stand und die Stärken der vergangenen Jahre in sich vereinte. Game Infos, Reviews, Serien-Ausarbeitungen, Glossar Einträge und Archivmaterial bildeten den Kern eines Projekts, das nun endlich das wurde, was es immer sein sollte: ein eigenständiger Ort für Sonic-Fans. Nach vielen Jahren der Vorbereitung, des Neuaufbaus und der geduldigen Weiterentwicklung war am 13. März 2025 der Zeitpunkt gekommen, an dem der SONIC Club erstmals öffentlich sichtbar wurde. Was über zwei Jahrzehnte im Hintergrund gewachsen war – als Idee, als Konzept, als stetig weiterentwickeltes Projekt – erhielt nun seinen festen Platz in der Sonic-Welt. Der SONIC Club trat damit aus dem Schatten seiner langen Entstehungsgeschichte heraus und wurde zu dem, was er heute ist – ein offenes, zugängliches und lebendiges Projekt für alle, die Sonic nicht nur spielen, sondern verstehen möchten. Der Launch war kein Abschluss, sondern ein Anfang: Im alten CMS gab es auch nach dem Launch noch immer viele Artikel wie auch begonnene Informationen zu überführen und zu überarbeiten. Vollständig war der gelaunchte SONIC Club daher noch lange nicht. Es bedurfte einer stetigen Weiterentwicklung der vorhandenen, früheren Datenbanken.
Einen besonderen Gedanken hatten wir zu diesem Zeitpunkt: Der SEGA-Club sah sich inzwischen beinahe schon als Kurator vergangener SEGA-Projekte. Das Team hauchte nicht nur dem früheren SCW neues Leben ein, sondern übernahm auch Dreamcast Powerbase und Shenmue-Saga. Mit dem SONIC Club entstand ein Projekt, das mit Ehrgeiz, aus Leidenschaft und Durchhaltevermögen entstand. Denn mit Schaffenskraft kann man etwas bewirken. Der SONIC Club wurde zu einem echten Teil des SEGA-Club Netzwerks und gilt heute intern als dessen 2. Säule, da er als zweites Projekt nach der Sega Club Weingarten Übernahme entstand – mit der Vision aus Ende 2006. Mit der Übernahme von ‚sega-zone.de‘ führte unsere neue SEGA ZONE (bis 2001 das wohl größte SEGA-Community-Projekt der Gameloft AG) seit 2026 den Bereich GREEN HILLS als offizielles Forum für Igelfans.
to be continued...

